Kitesurfen Kroatien 26.04.2009 - 03.05.2009


Sonntag 26.04.09

Am Sonntagabend um 20.00 Uhr trafen sich 11 reiselustige Kiterinnen und Kiter in Luzern um ihr 14- plätziges Reisemobil samt Anhänger zu beladen. Keine leichte Aufgabe, wie die Herren vom "Packdienst" Thomas und Roland bei der Menge an Material feststellen mussten. Mit etwas Drücken und Stossen liess sich aber alles verstauen und die Reise startete mit etwas Verspätung Richtung Italien.
Gegen 23.30 Uhr trafen wir an der Raststätte in Chiasso ein, wo sich die letzte Teilnehmerin zu uns gesellte und der erste Fahrerwechsel anstand.


Montag 27.04.09

Nach einigen Boxenstopps erreichten wir um 7.00 Uhr morgens die Kroatische Grenze. Der Slowenische Zöllner schien uns die Müdigkeit nach 10h Fahrt anzusehen (er sah selbst nicht gerade motiviert aus). Nach einigem hin und her waren alle Pässe und IDs eingesammelt und wurden misstrauisch begutachtet...

Irgendwann durften wir dann weiter zum Kroatischen Zoll. Ein freundlicher Herr nahm unsere Pässe entgegen und verzog sich in seine Kabine. Dann kam er zurück und Heinz musste bei ihm antraben. Da scheint was nicht in Ordnung zu sein…

Jetzt ist auch noch Schichtwechsel am Zoll! Das ganze Spiel von vorne. Nur ist die neue Zöllnerin nicht ganz so "freundlich" wie ihr Kollege. Für Leanders Freundin und ihre Kollegin mit Vietnamesischem Pass ist hier Endstation, ohne Visum kommen sie nicht nach Kroatien."WAS?!? Und jetzt?" - Zurück nach Slowenien.

Der Plan
Le's Freundin und Kollegin werden im nächsten slowenischen Dorf "ausgesetzt", Le kommt mit nach Rijeka, mietet ein Auto und fährt zurück nach Slowenien und anschliessen mit den Ladies nach Triest um auf der Kroatischen Botschaft ein Visum zu beantragen. Gesagt, getan.
Um 11.00 Uhr Mittags war dann die Sache mit dem Auto geregelt und wir fuhren von Rijeka noch zu neunt in Richtung Zadar.

Dank Roland's Aufmerksamkeit und Bremsbereitschaft (Kroatische Tanklasterfahrer überholen auch in Rechtskurven) sind wir dann um 15.00 Uhr heil in Diklo im Haus der Stefancic´s angekommen. David hat uns bereits erwartet also luden wir unser Gepäck aus und machten uns kurze Zeit später auf nach Nin, schliesslich wollten wir ja noch aufs Wasser!

In Nin angekommen blies uns ein kräftiger Wind entgegen. Heinz machte sich mit Andrea, Claudia und Roland auf, den Kite-Spot (eine sandige Landzunge) zu besichtigen während der Rest in die Neoprenanzüge schlüpfte. Leider war der Wind für die meisten von uns zu heftig (nichts für 12er)... So kamen nur Simon und Thomas mit ihren 9ern zum Kiten. Heinz liess die Kursteilnehmer mit der kleinen Trainermatte üben, wobei
Roland bei dem heftigen Wind gleich seine erste "Roli-Rolle" auf den Strand legte!

Müde von der langen Fahrt, etwas frustriert vom zu starken Wind und hungrig wie die Bären machten wir uns auf den Rückweg nach Diklo. Unterwegs wurde eingekauft (Apéro und Frühstück), anschliessend geduscht und das kroatische Bier Karlovacko gekostet (trinkt sich übrigens wie Wasser ;).

Auf dem Weg zur Taverna in Diklo erreichte uns dann die Nachricht von Le, sie seien auf dem Rückweg in die Schweiz. In der Kroatischen Botschaft in Triest hat man ihnen mitgeteilt ein Visum zu beantragen daure 10 Tage, worauf sie den Mietwagen zurück brachten und sich in den Zug Richtung Heimat setzten...
Das Essen in der Taverna war ganz OK und der Grappa fast zu schade für das obligate "Flämmli".


Dienstag 28.04.09

Nach einem Schlummertrunk, einer erholsamen (fast "schnarchfreien") Nacht machten sich die munteren "Heinz(el)-Männchen" ans Frühstück. Ein Blick vom Frühstückstisch unserer Dachwohnung raus aufs Meer liess leider nicht viel Wind erkennen. So war für Andrea, Claudia und Roland der erste Theorieblock angesagt. Der Rest von uns schlug die Zeit tot.

Am Mittag hatten sich die Windverhältnisse in Diklo noch nicht gebessert, also machten wir uns auf nach Nin. Auch dort gabs nur 6-7kn... Was solls, Kites aufbauen und warten!
Irgendwann gaben wir die Hoffnung auf mehr Wind auf, aber durften dafür einen wunderschönen Sonnenuntergangt erleben und fuhren zurück nach Diklo.

Wir beschlossen zeitig ins Bett zu gehen um am kommenden Tag für eine allfällige "Früh-Session" an der Promenade in Diklo fit zu sein. Nach dem abendlichen Apéro fuhren wir in die Pizzeria Simé in Zadar. Da gibts "Jumbo"-Pizzas für 70 Kuna (ca. 15 CHF), die sind wirklich riesig und schmecken toll! So manch einer überschätzte seinen Appetit, die Reste liessen wir einfach für den kommenden Tag einpacken.


Mittwoch 29.04.09


Um 6.00 Uhr morgens liess der Blick aufs Meer das Kiter-Herz nicht gerade höher schlagen... kein Wind! Um 7.30 Uhr sah es noch nicht viel besser aus, also erstmal Frühstück machen.

Heinz hatte für den Tag Marco's Boot organisiert, damit sie für den Kurs raus aufs Meer fahren konnten. Der Wind aus Süd-Osten (Jugo) blies zwar relativ konstant aber nicht stark genug. Als wir langsam keine Lust mehr hatten rumzusitzen schnappte sich Tanja ihren 12er und Simon zeigte uns, wie man zu zweit einen Kite schwimmend in Ufernähe starten kann. Kurze Zeit später stand Tanja auf dem Wasser und los ging der down wind Ride! Weit draussen konnte sie dann doch fast 15 Minuten Höhe halten, bis Heinz sie mit dem Boot aufsammelte.

Der Rest von uns wartete auf mehr Wind, vergeblich... Ausser ein paar Böen und kurzen down wind Fahrten gab´s keine Action mehr. Auch der brandneue 15er Convert konnte da nichts richten.

Zum Essen ging's in die Altstadt von Zadar, eine sehenswerte Hafenstadt. Zu dieser Jahreszeit ist sie ziemlich ausgestorben und die Restaurants nur spärlich bevölkert. Wir fanden ein nettes kleines Lokal und genossen das gute Essen. Die Rechung wurde jeweils geteilt, was pro Person ca. 120 Kuna machte (rund 20-25 CHF) inkl. Vorspeisen und Getränken!

An diesem Abend musste den Windgeistern mit "Flämmli" für mehr Beaufort gehuldigt werden! Beim nächsten Restaurant liessen wir uns an einem grossen Gartentisch nieder und bestellten die erste Runde Kaffee mit Grappa. Als wir die zweite bestellen wollten, schien die Dame vom Service nicht sehr begeistert, brachte uns dann aber doch noch mal eine Runde. Unser "Flämmli-Ritual" wurde vom einheimischen "Frauen-Chor" musikalisch begleitet, der sich auch einen Schlummertrunk gönnte. Dann war leider Ende
Feuer und wir wurden "rausgeworfen".


Donnerstag 30.04.09

Auch am Donnerstag gab's keine Früh-Session, der Wind liess immer noch auf sich warten. Nach dem morgendlichen Theorieblock mit Theatereinlage von Sabine und Heinz zu den Vortrittregeln der Kiter machten wir uns am Mittag wieder auf nach Nin. Dort gab's als Zugabe für die Abwesenheit des Windes noch dunkle Wolken und ein paar Regentropfen...
Um die Moral etwas zu steigern machten wir kurzerhand einen Abstecher in das Dörfchen von Nin, von welchem wir bisher nur die Stadtmauern gesehen hatten. Obwohl es eigentlich zu kalt für Bier war musste der Frust irgendwie weggespült werden!
Da Heinz und ich mich "freiwillig" gemeldet hatten für alle zu kochen, kauften wir auf dem Rückweg im "Dorflädeli" noch schnell alles ein, was man für richtige "Älpler-Maggronen" braucht.

Was machen also 10 Kitegenossen ohne Wind? - Labern und "Hacky-Sack" spielen!
Als der Wind dann doch noch aufzufrischen schien quetschten wir uns in die Anzüge; wieder mal umsonst. Zeit zum "umeblödlä“! - "Hooking“ und "Safety-Leash Limbo“ wird der Trend des Sommers 2009!

Nachdem der Wind weiter auf sich warten liess machten wir uns auf den Heimweg und sogleich auf in die Küche. Innert kurzer Zeit breitete sich vom Gasherd der Geruch von heimischer Küche aus! Die 1.6 Kg Maggronen, 3 riesige Kartoffeln, 4 Monster-Zwiebeln und ein Sack voller Äpfel für die "Äpfelstückli“ wurden restlos verputzt. Um die Kroatischen Windgeister vollends für uns zu gewinnen sollte uns eine Flasche Sljivovica (Sliwowitz) helfen. Simons Trinkspiel sorgte innert Kürze mit "vis", "bing", "bong" und "peng" für glühende Köpfe und ausgelassene Stimmung. Und siehe da, die Prognose von Windfinder und Windguru meldeten bereits früh morgens Bora (Nord-Ost Wind). Als die Flasche dann leer war und die Damen der Müdigkeit kapituliert hatten machten wir uns noch an den eisgekühlten Martini. ;-P


Freitag 1.05.09

Nach ein paar Stunden Schlaf hofften wir alle auf Wind, konnten beim Frühstück aber nicht allzu viel davon erkennen. Wir machten uns dann trotzdem um 8.00 Uhr auf nach Nin.
Heute sollten wir für das lange Warten belohnt werden! Kaum bogen wir auf die Gerade in Richtung Kite- Spot konnten wir schon die Schaumkronen auf dem Wasser ausmachen!!! Endlich… Auf dem Parkplatz angekommen hiess es nichts wie los, ab in die Anzüge, Kites aufpumpen und los-rippen!

Die 12er waren ziemlich stark gepowert, nichts desto trotz stürzten wir uns ins Wasser. Der Wind liess dann etwas nach und es machte richtig Spass auf der geschützten Seite der Landzuge zu fahren (keine Wellen, überall Stehbereich). Gegen Mittag liess der Wind noch etwas mehr nach und die erfahrenen Kiter/innen wechselten vor die Landzunge mit auflandigem Wind und Wellen.

Die Stimmung befand sich auf Höchstniveau, als sich am frühen Nachmittag zeigen sollte, wer die Wette der Windprognosen gewinnen sollte. Windfinder vs. Windguru! Einer prognostizierte stetig abnehmenden Wind, der andere gegen Abend zunehmenden Wind. Kann mich leider nicht mehr erinnern, welcher von beiden der Gewinner war, nur dass Thomas Tanja noch eine Flasche Prosecco schuldet! Der Wind wechselte von Bora
zu Mistral (Nord-West) und zog wieder an.

Die meisten waren bis am späten Nachmittag auf dem Wasser und vergassen vor lauter Kiten ihren Hunger und Durst. "Ein kühles Bier wär jetzt was." - Gute Idee, ich konnte sowieso kaum mehr auf dem Board stehen. Also machten sich David und ich auf ins Dorf um Bier zu kaufen. Erst jetzt bemerkten wir, dass der 1. Mai in Kroatien ja ein Feiertag ist uns der Dorfladen geschlossen war. Dann halt im Souvenir-Shop Bier kaufen.

Wir staunten nicht schlecht als wir zurück am Strand waren und uns eine Bar aus Kiteboards erwartete, sogar für Blumenschmuck und Muscheldeko war gesorgt!
Einige hatten bereits genug vom Kiten, während andere gar nicht mehr vom Wasser kommen wollten, schliesslich hatten wir lange genug auf guten Wind gewartet. Thomas, Simon und Heinz gaben zum Schluss noch ein paar Wakeskate und Sprungeinlagen zum Besten. Erschöpft und zufrieden packten wir unsere Sachen. Der Hunger und die Erschöpfung machten sich langsam bemerkbar!

Zum Essen fuhren wir noch mal in die Pizzeria Simé. Vor lauter Jumbo-Pizzas, Salaten und Biergläsern konnte man den Tisch kaum mehr sehen. Erschöpft vom langen Tag, gesättigt und leicht angetrunken kämpften wir mit der Müdigkeit und waren bald auf dem Heimweg.


Samstag 2.05.09

Um 9.00 Uhr war das Frühstück angesagt. Es war ein richtig warmer Morgen und wir deckten den Tisch auf der Terrasse. Wind machte sich noch nicht gross bemerkbar, was nach der Erfahrung vom letzten Tab aber nicht viel zu bedeuten haben musste.
Bald waren wir wieder unterwegs nach Nin und hofften am letzten Tag unserer Reise noch mal auf Wind.

Wer sagt's denn! Der Wind war nicht ganz so stark wie am Vortag, aber ausreichend. Zu unserer Überraschung war der Strand, den wir unter der Woche praktisch für uns hatten, schon ziemlich mit Kites bepflastert. Es wurde dann auch dem entsprechend etwas eng und teilweise brenzlig sich einen Weg durch die kroatischen und slowenischen "Kamikaze-Kiter" zu bahnen.

Gegen Mittag wurde der Wind schwächer und böig, frischte dann später noch mal auf und es begann richtig zu "hacken"! Bald verzogen sich alle in die Lagune hinter die Landzunge wo das Gerangel dann los ging. Unsere Anfänger hatten etwas mit dem starken Wind und den eingeschränkten Platzverhältnissen zu kämpfen und machten ihre ersten Erfahrungen mit den Sicherheitsmechanismen ihrer Schirme! ;)

Da wir uns entschlossen hatten am Sonntagmorgen früh in Richtung Heimat zu fahren, verzichteten wir auf die "Abend-Session" und verstauten unser Material wieder reisegerecht in den Anhänger. Zurück in Diklo packten wir unsere Koffer, verstauten das restliche Material und gingen zum Abendessen noch mal in die Altstadt von Zadar. Ein gelungener Abschluss unserer Kiteferien in Kroatien!


Sonntag 3.05.09

Um 04.30 Uhr galt es sich aus dem Bett zu quälen damit wir um 5.00 Uhr abfahren konnten. Es herrschte erstaunliche Ruhe im Bus, bis wir uns (dank Navigator Heinz und Roland ;), mitten in Rijeka befanden und von der Holperstrasse etwas unsanft wachgerüttelt wurden.

Erstaunlicherweise hatten wir keine Probleme am Kroatischen Zoll und fuhren ohne weitere Vorkommnisse bis nach Chiasso wo wir Claudia absetzten und die sommerlichen Temperaturen genossen. Die angestrebte Ankunftszeit von 18.00 Uhr in Luzern verschob sich dann allerdings auf 22.00 Uhr, da wir gute 3.5h vor dem Gotthard im Stau standen. Zu guter letzt sind wir aber alle wieder heil zu Hause angekommen.


Fazit

Eine bunt gemischte Gruppe aufgestellter Kiterinnen und Kiter hatte trotz etwas wenig Wind ihren Spass in Kroatien! Mir werden diese Reise und die neuen Freundschaften lange in Erinnerung bleiben.

Besten Dank an alle die dazu beigetragen haben und bis zum nächsten Mal!
Für Kite Fun
Marcel

 

 

Reisebericht 2009: Download PDF