Der liegende Buddha nahe Phan Thiet

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Da der angesagte Wind mit unserem Material zu schwach zum Kitesurfen war, machten wir etwas Sightseeing. In der Nähe von Phan Thiet findet man auf einem Berg den grössten liegenden Buddha von Vietnam. Wir organisierten uns bereits am Vorabend ein Taxi für den ganzen Tag. Pro Person kostete uns dies umgerechnet knapp 10 CHF. Die Strecke zum Berg dauert von Mui Ne aus nicht ganz eine Stunde und führt an zahlreichen Drachenfrucht-Plantagen, Dörfer und Felder vorbei.

Am Fusse des Berges angekommen, mussten wir erst einmal für etwa 5 CHF Tickets für die Fahrt nach oben kaufen. Mit einem kleinen Zug auf Rädern wurden wir zur Gondelbahn chauffiert. Die Fahrt nach oben in den CWA Gondeln aus der Schweiz bietet einen fantastischen Ausblick über die Wälder, Plantagen und bis hin zum Meer. Oben angekommen geht es erst mal ein Stück nach unten, dann folgt eine unendliche Treppe nach oben, durch einen Tempel und dann noch etwas weiter bis zu einer Plattform mit diversen gut fünf Meter hohen Skulpturen aus Stein. Bis zum 49 Meter langen und über zehn Meter hohen liegende Buddha führt ein steiler Trampelpfad durch den Wald. Bei der hohen Luftfeuchtigkeit und gut 30°C kommt man trotz Schatten doch auch ganz schön ins Schwitzen. Der Aufstieg lohnt sich aber auf jeden Fall. Das kann man nicht beschreiben oder auf Fotos festhalten wie riesig dieser aus Stein gemeisselte Buddha ist.


Wir schauten uns alles an, machten Fotos, erholten uns etwas und gingen dann den selben Weg wieder zurück nach unten. Das nächste Ziel war der Leuchtturm Kê Gà in Phan Thiet. Man sagte uns, dass man da auch rein kann. Nun ist der Leuchtturm aber in Privatbesitz und mehr als von aussen anschauen war nicht möglich. Sieht jedoch auch von weitem sehr eindrücklich aus. Also gingen wir in dem Fischerdorf etwas essen und fuhren anschliessend weiter Richtung Mui Ne. Wir suchten uns einen schönen Platz am Meer, beobachteten die Fischer bei ihrer Arbeit und warteten den Sonnenuntergang ab. Mit all den kleinen runden Booten, Sandstrand und Abendrot entstand eine atemberaubende Stimmung.

Nach der Rückreise hatten wir kurz Zeit zum Duschen und trafen uns anschliessend im Food Court Dong Vui zum Abendessen. In der Mitte hat es Tische und Stühle, rundherum fast 20 verschiedene Essensstände. Hauptsächlich vietnamesisch, aber auch indisch, mexikanisch und viele andere Köstlichkeiten bis hin zu Schnitzel mit Pommes. Man kann das Essen direkt an den Ständen auf seine Tischnummer bestellen und bekommt es schon nach kurzer Zeit an den Tisch geliefert und bezahlt erst bei der Übergabe. Danach waren wir alle müde und verzichten für ein Mal auf den gemeinsamen Ausgang. Morgen soll es dann wieder anständig Wind geben.

No Wind Day Stand Up Paddle

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Sieht schlecht aus mit gutem Wind für 2-3 Tage, so haben wir uns ein alternatives Programm zusammengestellt. Malta zeigte bei der Kitestation Ursula, wie man ruhig durch die Wellen kommt, wir entspannten uns, gingen gut Essen und haben uns im Fischerdorf von Mui Ne ein paar SUPs gemietet.


Beim Rumpaddeln muss man etwas aufpassen wo es Fischernetze hat, dafür kommt man mal ganz nahe an die grossen Holzboote und „Nussschalen“ ran. Wir verbrachten gut eine Stunde auf dem Wasser, schauten uns die Küste an und konnten auch etwas überschüssige Energie loswerden. Nach einem wunderschönen Sonnenuntergang am Strand gingen wir zu Fuss zum Restaurant Source, etwa 500 Meter entfernt. Auf der Dachterrasse teilten wir uns 2 Chicken Pizzas als Apero und tranken ein paar Saigon Green Biere.

Goood Bye Vietnam! Nun trennt sich die Gruppe

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Der grosse Teil unserer Gruppe wird heute die Rückreise antreten. Beim Frühstück wurden noch die letzten nächtlichen Abenteuer erzählt und diskutiert, ob es sich noch lohnt zur Station zu gehen. Die Abreisenden entschlossen sich, all ihr Kitesurf-Material direkt beim Hotel zu reinigen. Nachdem aller Sand und das Salzwasser abgespült war, legten wir uns auf die kleine Wiese und an den Pool, erholten uns und warteten darauf, dass alles trocken war und möglichst kompakt in die Kitebags verstaut werden konnte. Um etwa 11 Uhr war es dann geschafft, die Zimmer ausgeräumt und alle Taschen gepackt.

Bis 16 Uhr konnte sich dann jeder die Zeit einteilen wie er wollte. Einige genossen die letzten warmen Sonnenstrahlen am Pool, andere noch eine entspannende Massage im Dream Spa und selbstverständlich mussten noch die letzten Souvenirs mit dem Restgeld gekauft werden. Malta und Reto gingen zur Kitestation Windchimes und waren nochmals für gut eine Stunde auf dem Wasser am Kitesurfen. Der Wind hier in Mui Ne ist deutlich schwächer als im Norden. Mit 10 bis 12 Quadratmeter aber super fahrbar. So wie es aussieht wird es in den nächsten Tagen immer weniger starken Wind geben. Dafür haben wir aber auch schon Alternativen eingeplant.

Pünktlich um 16 Uhr waren dann alle bereit für die Abreise und das Gepäck konnte in den Bus verladen werden. also erst mal alles rein und dann wieder raus, da es beim ersten Versuch nicht genug Platz hatte. Malta und Reto waren auch dabei und sogar Olli kam extra um sich noch einmal richtig zu verabschieden. Nun sind nur noch Reto, Ursula, Gian und Malta hier. Auch wenn es deutlich ruhiger geworden ist fehlt die Gruppe schon jetzt extrem.

Für den Abend wurden wir von Andy ins Pogo eingeladen, wo er als DJ auflegte. Nach dem super Essen in einem unserer Lieblingsrestaurants gingen wir zu Fuss weiter bis zum etwa 15 Minuten entfernten Pogo. Vor Ort war alles bis in die hinterste Ecke voll mit Leuten. Wir suchten uns einen Platz an einem Stehtisch und auf einmal standen alle auf und verliessen die Location bis auf ein paar wenige Leute die sitzen blieben. Wie wir später erfahren haben, war dies irgend eine Sauf-Tour mit gut 100 Teilnehmern durch Mui Ne die von Bar zu Bar zogen. Später kamen noch Alex, Kathi und Olli dazu. Wir setzten uns auf die Sofas, Tranken, spielten Jenga und hatten einen echt tollen Abend.

Zurück in Mui Ne nach der Adventure Tour

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Goood Morning Mui Ne! Wir sind zurück, gut ausgeschlafen und entspannt. Für den heutigen Tag gab es mal kein fixes Programm. Einige erholten sich am Pool, andere zogen durch die unzähligen Shops an der Hauptstrasse oder gingen auch direkt zur Kitesurfstation Windchimes. Heute war der Shorebreak, sprich Wellen die kurz aufeinander aufs Ufer treffen besonders stark. Den ganzen Tag hatte es einen gleichmässigen Wind ohne Böen, dafür etwas kabbeliges Wasser. Die Station organisierte für 15 Uhr einen Downwinder von Windchimes aus bis runter nach Phan Tiet an einen kleinen Strandabschnitt.

Der von Beachboys begleitete und geführte 10 km Downwinder geht der Küste entlang Richtung Westen. Die Wellen draussen sind bis zu schulterhoch und relativ flach. Eine interessante Strecke an grossen Ressorts, felsigen Küstenabschnitten, Fischerbooten und einem Hafen entlang. Beim Hafen gibt es sogar die Möglichkeit rein zu fahren und zwischen den Stegen sich alles im flachen Wasser anzusehen. Direkt danach ein Flachwasser-Gebiet für hohe Sprünge. Die gesamte Strecke wird bis zum Schluss hin immer anspruchsvoller aber problemlos machbar. Für die Rückreise nach Mui Ne wurden bereits im Vorfeld einige Taxis organisiert.

Am Abend versammelten wir uns noch ein letztes Mal zum gemeinsamen Nachtessen in dem Restaurant mit ruhigem Innenhof und einem grossartigem Essen. Für den grössten Teil unserer Gruppe startet bereits morgen die Rückreise in die Schweiz.

Kitesurf Paradies in Phan Rang

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Es hat schon etwas Spezielles, wenn man die Ressorts immer erst spät am Abend bezieht, am Morgen erwacht und dann zum ersten Mal sieht, wo man eigentlich ist. Die Zimmer in Phan Rang waren nicht besonders schön, die gesamte Anlage dafür umso eindrücklicher. Wir blieben ja überall nur zum Übernachten, so war es auch in Phan Rang. Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen und zogen weiter zu einer riesigen Tempelanlage. Gefühlte 1000 Treppenstufen mussten wir hoch, wurden dafür aber auch mit einer unglaublich schönen Aussicht belohnt. Die Reisfelder bewegten sich im Wind wie Wellen im Wasser. Super Wetter und deutlich wärmer, da wir wieder südlich vom Pass unterwegs sind. Weiter im Norden hatte es fast jeden Tag einmal kurz geregnet. Wir schauten uns alles an und fuhren dann wieder weiter.

Ziel war ein grosser Flachwasser Spot mit einem Aussenriff in Phan Rang, wo immer gleichmässig bis zu 2.5 Meter hohe Wellen rein kommen. Ideal also auch für Leute, die sich langsam an Wellen herantasten wollten. Vor Ort hat es eine kleine Kitestation mit Beachboys, die einem beim Starten und Landen helfen. Der Wind kommt an diesem Spot schön parallel zum Ufer über das etwa knietiefe Wasser. Da es viele spitze Steine und auch Rohre zum Abpumpen von Salzwasser für die Shrimpsfarmen unter Wasser hat, muss man etwas aufpassen, wo man hinfährt. Olli stellte sich kurz mit der Spiegelreflexkamera ins Wasser damit wir auch mal Bilder vom Kiten zeigen können. Dies war bei den anderen Spots fast nicht möglich.

Gut 4 Stunden hatten wir Zeit uns auszutoben, in den Wellen zu surfen und Sprünge zu üben. Dann trafen wir uns alle am Strand um unser Material in den Bus zu räumen und kurz den geplanten 45 minütigen Downwinder zu besprechen. Reto und Andy fuhren voraus, Olli machte mit Thomas das Schlusslicht. Die Aussicht an der Küste entlang in Richtung Sonnenuntergang kann man fast nicht in Worte fassen. Grosse Wellen welche einen feinen Dunst über der Wasseroberfläche hinterlassen und eine felsige Kulisse mit Bergen und Wäldern vor dem goldig leuchtenden Himmel. Der Busfahrer fuhr in dieser Zeit mit drei Leuten unserer Gruppe und all dem Gepäck zur vereinbarten Landestelle.

Zum Abschluss der Adventure Tour hatten wir noch eine eine fast 4 stündige Heimreise mit einer kurzen Essenspause vor uns. Den grössten Teil davon auf einem Highway mit ruhiger Fahrt. Erschöpft aber mehr als zufrieden kamen wir gegen 22 Uhr beim Hotel Sunshine Beach in Mui Ne an. Darum kommt der heutige Blog auch etwas verspätet.

Tausend Dank an Olli von Kitesurf Adventure Vietnam und Kitekurs Vietnam schon mal an dieser Stelle für das organisieren dieser eindrücklichen Tour. Auch ein riesiges Danke an Reto, der als Instruktor und Reiseleiter von Kitefun die ganze Zeit super auf uns aufgepasst hat und auch an die super Gruppe. Ihr seid einfach toll und es macht unglaublich viel Spass mit euch. Nun können wir noch einmal etwas in Mui Ne Kitesurfen und entspannen vor der Rückreise in die Schweiz.

Tag zwei im Sperrgebiet von Cam Ranh

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Heute fuhren wir noch einmal an den selben Spot wie gestern. Nach einem ausgiebigen Frühstück vis-à-vis vom Hotel in Nha Trang mit Rindfleisch Sandwich, Tee und Kaffee packten wir unsere Sachen in den Bus und machten uns auf den Weg. Um etwa 11 Uhr waren wir wie geplant bei der Sperrzone und konnten wieder alles Material ausladen. Da wir das Gebiet und die Verhältnisse auf dem Wasser bereits kannten, ging alles relativ schnell bis die Ersten ihre Kites aufgepumpt, angeleint und startbereit hatten. Heute war es deutlich böiger als gestern, der Wind mit gut 28 Knoten etwa gleich oder sogar etwas stärker.

An dem kleinen Strandabschnitt gibt es genügend Platz zum Aufbauen und Deponieren von all dem Material, dass wir täglich mit uns schleppen. In den Grünflächen hat es am Boden fiese kleine Dornen und im Sand ziemlich scharfkantige Muscheln. Da muss man schon aufpassen, wo man hintritt und die Kites ablegt. Nach etwas mehr als einer Stunde kitesurfen wurden die Böen immer heftiger und wir legten eine Mittagspause ein, danach nochmals zurück auf das Wasser bis am späteren Nachmittag.

Dann ging die Reise weiter nach Phan Rang, wo wir morgen kiten werden und bei guten Bedingungen einen weiteren Downwinder machen können. Bevor wir zum Ressort fuhren war Nachtessen angesagt. Wir setzten uns in ein typisch vietnamesisches Restaurant mit den kleinen blauen Plastikstühlen. Je unbequemer die Stühle, desto besser das Essen. Leider hatten wir da noch einen kleinen Zwischenfall. Patrick rutschte auf einer Steinrampe aus und verletzte sich ziemlich übel am rechten Fuss. Zum Glück haben wir Katja mit einer medizinischer Ausbildung dabei, die ihn auch gleich mit dem Erste Hilfe Set aus dem Bus versorgen konnte. Für ihn war es das wohl mit Kiten auf dieser Reise, aber Hauptsache es geht ihm gut und dass nichts schlimmeres passiert ist.

Angekommen beim Ressort bezogen wir unsere Zimmer, zogen weiter in eine Bar und gehen nun erschöpft ins Bett. Morgen ist dann bereits der letzte Tag der Adventure Tour. Wir werden aber bis zum 24. Februar weiter von unseren Erlebnissen hier in Vietnam erzählen.

Wenn ihr beim Lesen der Beiträge nun auch Lust bekommen habt mit dem Kitesurfen zu beginnen, können wir euch wärmstens einen Snowkitekurs in Silvaplana oder Anfängerkurs am Comerseee bei Kitefun empfehlen: www.kitefun.ch

Leute aus Deutschland dürfen sich gerne bei Andy von www.kitekurs-ostsee.de melden.

Militärische Sperrzone in Cam Ranh

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Heute starteten wir nach dem Frühstück im Hotel direkt mit einer langen Fahrt in Richtung Süden nach Cam Ranh in den Tag. Nach gut vier Stunden und zwei Zwischenstopps kamen wir am Zielort an. Hier ist es bereits deutlich wärmer und trockener. Olli organisierte für uns eine Zutrittsbewilligung in eine militärische Sperrzone. Wir blieben im Bus bis das Okay zum Aussteigen kam. Zum Strand führt ein schmaler Trampelpfad durch einen kleinen Wald. An unserem heutigen Spot angekommen, machte Olli auch gleich die Einweisung. Einzelne Betonteile im Wasser, Holzpfosten von Fischern die nur einige Zentimeter aus dem Wasser ragen und grossflächig Fischreusen waren die sichtbaren Gefahren. Strömungen gab es keine, dafür voll auflandiger Wind und Böen durch grosse Gebäude auf der gegenüberliegenden Sandbank.

 
Ein traumhafter Spot mit viel Platz um sich auszutoben und mehr oder weniger flachem Wasser. Ab und zu kreuzt man ein Fischerboot und kann auch gut bis ans andere Ufer aufkreuzen. Heute kam somit echt jeder auf seine Kosten. Zwischen den Sessions gab es kurz etwas zum Essen. Take Away Reis mit Chicken, Fleisch und einer grünen Suppe mit Baby Shrimps. Bis kurz vor Sonnenuntergang waren wir am Kitesurfen und räumten danach wieder einmal alles in den Bus.

Nachdem alles verladen war verabschiedeten wir uns und fuhren los nach Nha Trang. Einer grossen Stadt ca. eine 3/4 Stunde nördlich von Cam Ranh. Beim Hotel angekommen bezogen wir unsere Zimmer und gingen direkt zum Abendessen in einem typisch vietnamesischen Restaurant. Die Stühle aus Plastik in Kindergrösse, die Tische aus Edelstahl und auch eher unter Kniehöhe. Man muss da schon aufpassen, dass man nicht irgendwo drüber stolpert. Nicht wirklich bequem für Leute über 170 cm Körpergrösse, jedoch ist das Essen um so besser. Zur Auswahl hatten wir zwei Gerichte. Nudeln mit Frühlingsrollen, Fleisch, Sojabohnen und Karotten oder labbriger Reismehlteig, gefüllt mit Fleisch und dazu etwas Gemüse.

Da wir nach dem Essen noch nicht wirklich müde waren, zogen wir weiter durch die Strassen von Nha Trang. Mit dem Taxi fuhren wir an die Küste und sahen uns eine Kunstausstellung mit genähten Bildern an. Danach ging es weiter durch einige Bars. Die dröhnenden Lautsprecher mit schrecklicher Musik klingeln noch jetzt in den Ohren.

Heute lief erstaunlicherweise alles nach Plan, darum gibt es auch gar nicht viel mehr zu erzählen, ausser dass wir wohl morgen anständig Muskelkater haben werden.

Kitesurfen bis die Polizei kommt

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Der heutige Tag wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Super Windbedingungen, traumhafte Wellen, und gut erholt vom Aufenthalt im Luxushotel. Nach Plan lief heute wieder nichts. Auf dem Programm stand ein 5 Kilometer langer Downwinder durch die hohen Wellen der Küste entlang bis ins Flussdelta von Tuy Hòa. Wir fuhren mit dem Bus in die Nähe der Unterkunft, die wir eigentlich für die beiden Nächte hier reserviert hatten und niemand vor Ort war. Im Bus gab es von Olli erste Informationen und die Gruppe wurde aufgeteilt, damit auch nur die in die Wellen gehen welche sich das zu 100% zutrauen. Material ausladen, Kites aufpumpen, Leinen anknüpfen und schon war die Downwindgruppe bereit. Dann nochmals eine kurze Besprechung, damit die Sicherheit auch gewährleistet ist.

Als erfahrener Kiter in den Wellen fuhr Thomas voraus, Andy sollte mit Olli (beides Kitesurf Instruktoren) hinterher fahren, dass sie zur Not helfen könnten. Nach kurzer Zeit waren auch schon alle ausser Olli in den Wellen, da stand plötzlich unser Busfahrer neben ihm und deutete auf die uniformierten Leute oben an der Strasse. Vorweg muss man noch kurz erwähnen, dass wir da nichts Verbotenes gemacht haben. Bis Olli oben beim Bus angekommen war, versammelte sich ein durchmischter Haufen an Polizisten, Armee und Besserwisser auf Motorroller. Die Stimmung relativ entspannt aber schwer einzuschätzen.

Mit Händen und Füssen versuchten uns alle klar zu machen, dass wir die Gruppe auf dem Wasser sofort zurückrufen sollen. Naja, dann schrei mal bei 30 Knoten auf das offene Meer hinaus: „Kommt bitte schön brav zurück“, wenn die bereits einen Kilometer entfernt sind. Ein ewiges hin und her und niemand wusste recht, was jetzt zu tun ist. Das Problem am Ganzen war vor allem, dass wir zeitlich vor der Downwindgruppe am vereinbarten Ort sein mussten, um denen beim Landen zu helfen. Ansonsten könnte es doch noch echt gefährlich werden. Olli war am „diskutieren“, alle anderen von uns verstauten das Material im Bus und machten alles für die Abfahrt bereit. Am liebsten einfach nur möglichst schnell weg von dem ganzen Stress.

Als wir dachten, dass sich die Situation endlich entspannen würde, sahen wir in der Ferne plötzlich eine ganze Fussballmannschaft an Armeeangehörigen auf uns zu rennen. Dies ist dann so ein Moment, wo man nicht recht weiss ob Abhauen oder Abwarten die bessere Lösung ist. Dann sahen wir, dass die armen rennenden Soldaten von oben bis unten mit Rettungsringen und Schwimmwesten bepackt waren. Einige von ihnen legten sich erschöpft vom Sprint bei der Ankunft am Bus auf den Boden und sahen mit erstaunten Blicken aufs Wasser hinaus. Da geht bei den meterhohen Wellen niemand freiwillig ohne Brett an den Füssen raus und wir wussten auch nicht recht ob wir vielleicht bald sie retten müssten.

Irgendwann haben sie dann auch begriffen, dass das ganze nichts bringt. Unter Begleitschutz mussten wir der Downwindgruppe am Ufer entlang folgen. Vor und hinter uns Polizisten auf Motorrädern. Olli versuchte den Busfahrer mit Handzeichen davon zu überzeugen, dass er durch die Querstrassen weg zum vereinbarten Ort fahren soll, ist aber auch klar dass der halt eher auf die Polizei hört und nicht auf uns. Der arme kleine Kerl war mit den Nerven völlig am Ende. Bei einer Kreuzung in der Nähe eines Strandabschnittes hielten wir kurz an und das Spiel ging wieder von vorne los, wir sollen unsere Leute da raus holen. Olli rief die Busgesellschaft an damit die dem Busfahrer mal übersetzen konnten, dass er auf ihn hören soll und nicht auf die Polizei. Dann endlich klappte es und wir konnten aus der Stadt raus, über die Brücke und zum vereinbarten Treffpunkt im Flussdelta. Die Polizei war dann erstmal weg und alle Kiter bereits angekommen um zu landen.

Wir warteten gut 10 Minuten ab um zu schauen ob die Polizisten uns nachkommen würden. Als wir dann ein gutes Gefühl hatten, begannen wir das restliche Kitematerial auszuladen damit die, die noch nicht auf dem Wasser waren auch Kiten gehen können. Nichts da, noch während dem Ausladen waren schon wieder überall uniformierte Grüne mit Sternchen auf den Schultern. Das war es dann wohl für heute mit Kitesurfen, wir wollen ja nicht noch in den Knast kommen. Als alle zurück an Land und das Material im Bus verstaut war, ist auch die Stimmung bei den Uniformierten wieder entspannter gewesen. Die haben ja nun ihr Ziel erreicht und uns alle „gerettet“. Bleibt noch zu erwähnen, dass der eine Polizist am Ende etwas ähnliches wie „Eigentlich habt ihr ganz guten Wind erwischt“ sagte.

Auf das Wasser durften wir nun definitiv nicht mehr, also überlegten wir uns kurz ein Alternativprogramm für den Nachmittag. Erst Mal gut essen, runterfahren, dann zu Fuss hoch auf einen Berg zu einer Tempelanlage. Wir schauten uns alles an, machten ein paar Fotos und krochen durch die unterirdischen Gänge und Schützengräben aus der Kriegszeit. Wieder unten angekommen setzten wir uns bei einem Kaffee hin und assen ein vietnamesisches Dessert. Am späteren Abend waren wir in einem Sushi Restaurant in der Nähe des Hotels und nach ein paar Bier war es eigentlich dann auch genug Unterhaltung und Action für einen Tag.

Flachwasser auf dem Flussdelta in Tuy Hòa

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Was für ein Tag! Der hat dem Namen „Adventure Tour“ alle Ehre gemacht. Um 5 Uhr in der früh zogen die Ersten bereits los um auf den höchsten Punkt der Insel zu wandern. Auf einem riesigen Felsbrocken sieht man über die ganze Bucht. Wenn man dann auch noch so früh da oben ist, erlebt man einen unvergesslichen Sonnenaufgang. Die Langschläfer trafen sich um 9 Uhr beim Frühstück, so dass wir die Insel um 10 Uhr mit einer halben Tonne Gepäck pünktlich mit dem Schiff verlassen konnten. Auf dem Weg zum Festland fuhren wir an steilen Felswänden und unzähligen schwimmenden Fischerhütten vorbei. Der Anlegesteg wurde nicht gerade nach europäischen Bauvorschriften gefertigt, hielt aber dennoch was er versprach. Dann noch schnell alles in den Bus verladen und weiter ging die Reise in Richtung Norden.

Auf der etwa zweistündigen Fahrt fuhren wir an grossen Shrimps Farmen vorbei, bei welchen mit lauten Dieselmotoren Wasserräder betreiben werden, damit es für die Tiere genügend Sauerstoff im Wasser der Becken hat. Die Strassen sind in einem guten Zustand dass die Fahrt durch unzählige Dörfer und Reisfelder relativ schnell durch ging. In Tuy Hòa angekommen, versenkte unser Fahrer den schweren Bus als erstes Mal tief im Sand. Eine Story für sich, das hat fast den ganzen Tag gekostet und da die Vietnamesen sehr viel auf Respekt setzen und ihr Gesicht nicht verlieren wollen, darf man denen auch nicht wirklich helfen wenn sie nicht danach fragen. Naja, also schnappten wir nach ein paar fehlgeschlagenen Hilfeversuchen unsere Sachen und gingen gut 300 Meter zu Fuss weiter bis zum Einstieg ins Wasser. Der Spot hat sich in den letzten Jahren angeblich stark verändert. Das Wasser ist nicht mehr ganz so flach seit es die Sandbank weggespült hat und das Ufer ist sehr stark zugemüllt.

Olli organisierte in dieser Zeit einen anständigen Pickup um dem Busfahrer zu helfen. Nachdem das erste Seil gerissen war und der Bus nun definitiv auf dem Motor lag, versuchten sie es mit einem stabileren Schiffstau. Da sich der Pickup auch nur in den Boden gegraben hat, musste etwas grösseres her. Da organisierten sich die Einheimischen Fischer und der Fahrer gemeinsam und da wir eh nicht helfen konnten gingen wir raus auf den Fluss. Aus der Ferne sahen wir später wie ein grosser Sattelschlepper mit Kranarm das Problem löste.

Auf dem Fluss war das Wasser zwar etwas kabbelig, aber genügend flach um neue Sprünge zu üben. Der Wind war perfekt für 7-9m² grosse Kites und grösstenteils auch sehr konstant. Gegen Schluss dann etwas böig, da sich die Windrichtung leicht änderte. Jeder der auf’s Wasser wollte kam auf seine Kosten.

Da der Bus ja lange Zeit im Sand vergraben war, gab es halt auch keine Möglichkeit Mittagessen zu organisieren. Als er endlich so weit und die Hilfstruppe weg war, wendete er kurz den Bus und setzte ihn natürlich noch ein zweites mal auf die Achsen runter. So wird dem Fahrer zumindest nicht langweilig wenn wir am Kiten sind. Die Stimmung war da vorne angeblich nicht ganz so gut. Aber mit einem rostigen Wagenheber und ein paar Bretter haben die das irgendwie selber hinbekommen den Bus endlich auf die befestigte Strasse zu bekommen. Unterdessen hatten wir unser Zeug auch bereits zusammengepackt und konnten es direkt in den Bus verladen.

Vom Spot aus waren es nur noch etwa 20 Minuten bis zu unserem nächsten Ziel: die „Villa Tuy Hòa“. Ein wunderschönes Haus mit Meerblick in dem locker 15 Leute zwei Nächte bleiben können, Feuerstelle und weit und breit nur wir als Gruppe.

Sooo… Die Barriere mussten wir selber öffnen, der Typ beim Empfang wusste von nichts und verstand auch kein einziges Wort Englisch. Wir schauten uns dann selber um. Wie in einem schlechten Horrorfilm war alles unbewohnt, keine Möbel in den Häuschen, kein Strom auf den Schaltern der Verandas und der Boden sah auch so aus, als wäre da ewig niemand mehr gewesen. Wir versuchten trotzdem mal alle Türen aus und ob wir da irgendwie sonst selber rein kommen.

Der ältere Mann vom Empfang gab uns deutlich zu verstehen, dass wir endlich abhauen sollen und da auch bei der Verwaltung niemand erreichbar war per Telefon mussten wir weiterziehen und spontan eine andere Übernachtungsmöglichkeit für die Nacht organisieren. Das ist hier nicht so einfach, spät Abends mit 15 Personen, einem Bus und tonnenweise Gepäck mal eben bei einem Hotel an die Türe zu klopfen und auch noch herzlich empfangen zu werden. Beim dritten Hotel hat es dann doch geklappt. 4 Sterne, eine prunkvolle Lobby und so gar nicht Adventure Style, aber der Weg dahin war eigentlich genug abenteuerlich. Nach dem Beziehen der Zimmer fuhren wir mit zwei Taxis und knurrenden Mägen zum Abendessen und darauf in ein wunderschönes Kaffee auf ein paar Drinks.

Nun sind alle K.O. und freuen sich auf die bequemen Betten. Mal sehen wie es morgen weiter geht, da wir eigentlich 2 Nächte in der „Villa Tuy Hòa“ reserviert hatten.

Big Waves und geiler Wind in Dam Mon

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Heute früh am Morgen packten wir all unsere Sachen im Jungle Beach Ressort wieder in den Bus um unsere Reise in Richtung Norden fortzusetzen. Nach einem kurzen Frühstück verabschiedeten wir uns von den Leuten dort und fuhren los. Etwas mehr als 2 Stunden holprige Fahrt war angesagt. In der Hälfte der Strecke legten wir einen Zwischenstop ein um uns am Markt ein paar Früchte zu kaufen. Da ist einiges los, die Gerüche unbeschreiblich und alles sehr eng aufeinander. Das kann man sich nicht vorstellen, wenn man es nicht vor Ort miterlebt hat und auch nur schwer beschreiben.

Weiter ging die Fahrt vorbei an ewig weiten Reisfeldern, grossen Wasserbecken die als Shrimps Farmen dienen und einem Mix aus Wald, Sand und kleinen Hütten. Auf der Halbinsel in „Dam Mon“ angekommen und gut durchgeschüttelt von der holprigen Strasse, deponierten wir erst einmal unser Gepäck in einem Unterstand. Eigentlich ein Restaurant ähnlich einer Raststätte ohne Tankstelle. Olli zeigte dann allen auf einer kleinen Erhebung wo was ist und machte eine ausführliche Spot-Einweisung über Wellen, Strömungen, Wind und Gefahren. Die Wellen treffen mit viel Wucht auf das Ufer und wir wollen da raus und eben auch gesund wieder zurück kommen. Das Meer ist an dieser Stelle extrem beeindruckend. Da entwickelt man doch auch einen gesunden Respekt vor der Sache.

Nach den hohen Wellen kommt man zu einem wunderschönen Flachwasserbereich um Sprünge zu üben und weiter draussen werden die Wellen immer grösser. Wenn man den Anfang durch die ersten Wellen also mal geschafft hat, kann man sich aussuchen wo man fahren will. Ist aber definitiv nur etwas für fortgeschrittene Kiter. Bis zum Sonnenuntergang hatte es perfekte Bedingungen, ab und zu mal etwas Regen aber nass sind wir ja eh. Zwischendurch kochte man für uns Nudeln mit wahlweise Tintenfisch oder Ei. Gegen 17 Uhr packten wir all unsere Sachen zurück in den Bus um nochmals 10 Minuten zu fahren. An einem klapprigen Holzsteg wartete auch schon das Schiff auf uns, damit wir für das Nachtessen und die Übernachtung nach „Whale Island“ kommen konnten. Die Insel befindet sich auf der anderen Seite der Halbinsel, also keine Wellen und eine ruhige gut viertelstündige Fahrt. Das ganze Kitematerial verstauten wir im ersten Bungalow direkt beim Anlegeplatz, die Taschen mit Kleider natürlich verteilt auf 8 Holzhütten am Wasser und zwischen Palmen und Sträuchern. Wir haben die Anlage noch nicht so genau gesehen, da es ja bei der Ankunft bereits dunkel war.

Nach dem Nachtessen setzten sich einige noch schnell an die Bar. Viel Energie ist aber nicht mehr vorhanden für heute, also ab ins Bett.