Tag 7: Kiten in der Lagoa do Paraiso

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Kiten im böigen Paradies

Blogbeitrag von Mara

Heute morgen musste ich echt lachen: Thomas (den ich erst seit exakt sieben Tagen kenne) und ich sassen gemütlich auf unserer Veranda, auf der uns die Haushälterin Gorete (ausgesprochen: Goreci) in unseren drei Tagen in Prea jeden Morgen unser privates Frühstück serviert und wir verhielten uns schon wie ein eingespieltes Ehepaar: er bekam wortlos meinen Cajou-Saft, den Kuchen und die Papayas, dafür bekam ich die Mango-Schnitze und den Gouda-Käse und ich wusste auch schon genau, wann ich ihm das Salz zu den Rühreiern reichen musste. Es war wirklich zum Kugeln!!!
Video von der Pousada Lotus

Aber genauso geht es uns mit der ganzen Gruppe: wir sind nach einer Woche schon ein richtig eingespieltes Team geworden. Klar hat jeder so seine Eigenheiten, aber Heinz hat uns gut erzogen und das mit dem „pünktlich zur Abfahrt eintreffen“ klappt langsam ganz gut. Auch das „Kite mit angeleinter und sauber aufgewickelter Bar ohne Sandberührung zusammenrollen und ordentlich im Trapez versorgen“ können wir inzwischen im Schlaf. Es ist wirklich genial, wenn man so wortlos Hand in Hand mit guten Leuten zusammenarbeiten kann. Oder sich darauf verlassen kann, dass jemand da ist, wenn etwas schief geht und sich zum Beispiel auf dem Wasser das Material selbständig macht. Auch dazu gibts ein Video von Marcel
So macht Urlaub wirklich noch tausendmal mehr Spass…..  :-)

Heute stand die Lagoa do Paraiso auf dem Programm, die circa eine halbe Stunde Autofahrt ins Landesinnere liegt, sozusagen am Rand der Dünen des Nationalparks von Jericoacoara. Dadurch, dass der Wind noch über Bäume und Buschwerk muss, ist er ziemlich böig, aber im Prinzip genauso stark wie in Prea selbst.

Ein findiger italienischer Geschäftsmann aus Fortaleza hat sich direkt an der Lagune die Pole-Position gesichert und ein fettes Restaurant mit ‚zig Liegestühlen, Lounges und Hängematten am Wasser hingestellt. Das Ganze aber noch sehr schön und geschmackvoll in die Landschaft integriert. Die vielen Bedienungen, die überall herumwuseln, sind alle wie Piraten gekleidet und extrem aufmerksam und freundlich. Und es hat ja Touristen zuhauf, um die sie sich kümmern können – hauptsächlich Brasilianer.

Wir waren zu Anfang die einzigen Kiter auf dieser riesigen Lagune (Kitegrössen zwischen 5 und 9 qm) , später kamen nochmal drei andere dazu. Traumhafte Bedingungen also, wobei die Böen teilweise schon recht grenzwertig waren. Aber das nahm man für diese schöne Location gern in Kauf. Die Jungs, speziell David, Remo und Thomas, liessen es stundenlang richtig krachen, ich machte nach zwei heftigen Stürzen mal eher ein bisschen halblang. Es gab aber am Strand auch so viel und spezielles zu beobachten und zu fotografieren.

Besonders angetan hatte es uns eine brasilianische Schönheit, die sich – mit einen Selfie-Stick bewaffnet und mit einem praktisch nicht existenten Bikini bekleidet – minutenlang am Ufer in Pose schmiss und sich selbst fotografierte.

Selten habe ich irgendwo so ein perfektes Bild von Narzissmus geliefert bekommen!!! Man kann nur hoffen, dass sich diese Art von öffentlicher Selbstverliebtheit nicht wie ein Virus verbreitet. Naja, wahrscheinlich ein frommer Wunsch….. und irgedwie sind wir doch alle kleine Narzisten :-)

 
Nach dem Heimkommen legten die meisten erstmal ein Runde Hängematte ein (ausser Roman, der machte wieder ganz konsequent eine Runde Yoga, wofür ich ihn endlos bewundere), bevor es zum Abendessen zu einem Italiener mit absoluten Riesen-Pizzas ging. Danach mussten wir noch Remo verabschieden, der als nächstes nach Rio fliegt und von dort ein paar Wochen nach Costa Rica, der Glückliche!!! Wir wählten für die Abschieds-Caipis die tolle Piratenschiff-Bar am Strand (mit Schaukeln als Stühlen und Kronleuchtern unterm Dach) und der Ferientag war mal wieder so perfekt, wie ein Ferientag in Brasilien nur sein kann…..
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